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Roswitha Ruffer


Zystische Leukenzephalopathie mit Megalenzephalie (MLC)
van der Knaap Syndrom

Was sind die Ursachen von MLC

MLC wurde erst im Jahr 1995 von Marjo van der Knaap und fast parallel von Bhim Singhal entdeckt. Bei dieser Erkrankung scheint die Ionen- und Wasser-Homöostase des Gehirns gestört, was zu einer fehlerhaften Regulation des Hirnvolumens und zu Veränderungen in der weißen Substanz des Gehirns führt. Auf Grund dieser Veränderung zählt man MLC zu den Leukodystrophien, also den Erkrankungen der weißen Gehirnsubstanz.

Ursache dieser Störung sind Mutationen in den Genen „MLC1“ und „GLIALCAM“, wobei die genaue Funktion der beiden Gene noch nicht vollständig geklärt ist. Es gibt zwei Typen dieser Erkrankung: Mutationen im MLC1 Gen, die in 80% der Fälle auftreten, werden in der Regel rezessiv vererbt und führen zur klassischen MLC Form. Fehler im GLIALCAM Gen können dagegen, je nach Mutation, entweder ebenfalls die rezessiv vererbte klassische MLC auslösen, können aber zum dominant vererbten „Improving-Type“ (sich bessernde Form) führen.

Da die Vererbung dieser Erkrankung etwas komplexer gelagert ist, ist eine Genetische Beratung empfehlenswert.

Was sind die Symptome klassischer MLC?

Nach der Geburt sind Kinder mit klassischem MLC gesund. Im ersten Jahr des Lebens entwickeln die Kinder dann eine Megalenzephalie, also einen vergrößerten Kopfumfang, ohne dass sie kognitiv/neurologische Auffälligkeiten zeigen.

Die Entwicklung der Kinder ist t.w. verzögert; nach und nach verschlechtert sich ihr neurologischer Zustand, was je nach Patient unterschiedlich schnell und deutlich voranschreitet. Zu den Symptomen gehören u.a.:

• Krampfanfälle

• Ataxie (Verlust der Fähigkeit Muskelbewegung zu koordinieren)

• Makrozephalie (ein ungewöhnlich großer Kopf)

• Spastik (Muskelkrämpfe)

• Schwierigkeiten mit dem Lernen

• fortschreitender geistigen Verfall

• Autismus

Einige Patienten mit klassischem MLC haben einen schwereren Krankheitsverlauf und verlernen das Laufen schon kurze Zeit nachdem sie es erlernt haben, oder erlernen es nie. Bei anderen Patienten nimmt MLC einen milden klinischen Verlauf. Als junge Erwachsene haben sie normale kognitive und motorische Fähigkeiten und der Kopfumfang ist nur wenig vergrößert.

Eine systematische Untersuchung der Lebensdauer von Patienten mit MLC wurde bisher nicht durchgeführt. Zwar kann in einzelnen Fällen die Krankheit auch im Teenageralter zum Tod führen, aber viele der bisher diagnostizierten Patienten sind in ihren 40er und 50er Jahren.

Improving-Type

Bei Patienten mit „Improving-Type“, bessert sich der Zustand der Kinder nach den ersten Lebensjahren deutlich. Motorische und kognitive Funktionen entwickeln sich weiter oder normalisieren sich sogar; einige haben stabile geistiger Beeinträchtigung mit oder ohne Autismus.

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Cornelia Pohl

Wie wird MLC diagnostiziert?

MLC wird durch eine Kombination von klinischen Anzeichen und Symptomen sowie charakteristischen Auffälligkeiten im MRT diagnostiziert. Die MRT-Untersuchung von MLC-Patienten zeigt ein charakteristisches Muster von verändert aussehender, geschwollener weißer Gehirnsubstanz. Darüber hinaus sind Zysten, also mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume, zu erkennen. Der nächste Schritt ist die genetische Prüfung der MLC1 und GLIALCAM Gene.

Häufigkeit der Erkrankung

MLC ist sehr selten, und es wurden bisher keine genauen Studien über die Häufigkeit der Erkrankung durchgeführt, aber offenbar ist die Erkrankung in der türkischen Bevölkerung und der indischen Agrawal Gemeinschaft am häufigsten zu finden.

Wie wird MLC behandelt und welche Fortschritte gibt es hierzu in der Forschung?

Derzeit gibt es keine Heilung für diese Krankheit und die Behandlung ist symptomatisch und unterstützend.

Die aktuelle Forschung an dieser Erkrankung liefert nach und nach Klarheit zu MLC1 und GLIALCAM und ihren Funktionen im Gehirn. Schließlich ist das bessere Verständnis des zugrunde liegenden Krankheitsmechanismus der Ausgangspunkt für die Entwicklung von neuen Therapien.

Andere Namen für MLC

• van der Knaap Syndrom

• vakuolisierende megalenzephale Leukoenzephalopathie mit subkortikalen Zysten

• Leukoenzephalopathie mit Schwellung

• Megalencephalic Leukoencephalopathy with subcortical Cysts

Weiterführende Literatur

• MLC1 protein: a likely link between leukodystrophies and brain channelopathies – Brignone MS, Lanciotti A, Camerini S, De Nuccio C, Petrucci TC, Visentin S, Ambrosini. Front Cell Neurosci. 2015 Apr 1;9:66. doi: 10.3389/fncel.2015.00106. eCollection 2015. Review.

• Megalencephalic leukoencephalopathy with subcortical cysts: chronic white matter oedema due to a defect in brain ion and water homoeostasis. van der Knaap MS, Boor I, Estévez R – Lancet Neurol. 2012 Nov;11(11):973-85. doi: 10.1016/S1474-4422(12)70192-8. Review.

Quellen

Die Vorlage für diesen Text wurde vom VUmc Amsterdam zur Verfügung gestellt• vakuolisierende megalenzephale Leukoenzephalopathie mit subkortikalen Zysten

Roswitha Ruffer, Ansprechpartnerin für MLC

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