Botolinumtoxin (Botox)

Behandlung der neurogenen Blasenfunktionsstörung mit Botolinumtoxin (Botox)

von Martin Bahners

Ich war seit vielen Jahren aufgrund der Adrenomyeloneuropathie selbst betroffen von der nervenbedingen Blasenfunktionsstörung. Medikamentöse Behandlungen wurden vielfach ausprobiert und verliefen stets ohne Erfolg. Ich habe mich umfassend beraten lassen und kam zu dem Entschluss, die Botox-Therapie einmal auszuprobieren, da der Eingriff sehr einfach ist und ohne Nebenwirkungen ist. Kurz möchte ich diese Therapieform hier vorstellen und damit anderen Betroffen Mut machen, selbst wieder eine deutlich verbesserte Lebenssituation zu erleben.

Im Rahmen eines ambulanten oder kurzstationären Eingriffes wird Botulinumtoxin an verschiedenen Stellen in der Blasenmuskulatur injiziert. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten und der Patient kann einige Stunden nach dem Eingriff nach Hause entlassen werden. Botulinumtoxin entfaltet seine Wirkung durch eine Abschwächung oder Teillähmung der Blasenmuskulatur. Dadurch entspannt sich die Blasenmuskulatur und die Harnblase kann mehr Urin über einen längeren Zeitraum speichern. Der Patient bemerkt weniger Harndrang, entleert die Blase in größeren Abständen und verliert in der Regel keinen Urin mehr. Je nach Dosierung des Botox-Präparates kann es sein, dass der Patient die Blase selbst mit Hilfe eines Einmalkatheters entleeren muss. Das Selbstkathetern kann sehr leicht erlernt werden und ist einfach durchzuführen. Dazu gibt es Berater, die zu den Patienten nach Hause kommen und die besten, individuellen Lösungen finden. Da die Wirkung nach einiger Zeit (ca. 6 – 9 Monate) nachlässt, muss die Behandlung wiederholt werden. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Behandlung vollständig.

Bei mir persönlich hat sich die Situation normalisiert und meine Lebensqualität hat sich enorm verbessert.